Das Urostoma – Formen und Komplikationen

Das Urostoma - Formen und Komplikationen

Bild © Dr. Armin Secker
2018 - 2

Muss bei einem Patienten die Harnblase komplett entfernt werden (radikale Zystektomie), beispielsweise aufgrund eines Harnblasentumors, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Urin anschließend abzuleiten. Im Wesentlichen wird zwischen kontinenten Harnableitungen (z. B. Ileum-Neoblase) und inkontinenten Harnableitungen (z. B. Ileum-Conduit) unterschieden. In den allermeisten Fällen ist der Grund für die Entfernung der Harnblase ein fortgeschrittenes Harnblasenkarzinom. Aber auch eine beispielsweise ausgeprägte Harninkontinenz oder eine chronisch interstitielle Blasenentzündung können als „letzte Rettung“ ein Grund für eine Zystektomie sein. Die Anlage eines Urostomas als Ileum-Conduit bedeutet für den Operateur eine Herausforderung. Denn dieses ist so anzulegen, dass der Patient nach der Operation die notwendige Beutelversorgung selbst übernehmen kann. Pflegekräfte und Stomatherapeuten sind ein integraler Bestandteil der postoperativen Versorgung im zunächst stationären, später ambulanten Bereich. Aber nicht nur die Versorgung des künstlichen Urinausganges, sondern auch das Erkennen von Veränderungen durch die große bauchchirurgische Operation (z. B. Vitamin-Mangel-Syndrome) bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit bei allen beteiligten Berufsgruppen.

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