Prävention postoperativer Wundinfektionen

Prävention postoperativer Wundinfektionen

Bild © Hans-Dieter Holtz fotolia.com

ostoperative Wundinfektionen gehören zu den gefürchteten Komplikationen operativer Eingriffe und Operationen und machen einen Großteil der nosokomialen Infektionen in Krankenhäusern aus. Sie werden während des Eingriffs und der daraus resultierenden Verletzung der Schutzfunktion von Haut und Schleimhäuten durch eindringende Bakterien (oder Pilze) ausgelöst. Diese stammen in den meisten Fällen vom Patienten (endogen) selbst, können aber auch exogen, z. B. durch kontaminierte Hände oder Medizinprodukte, übertragen werden. Man nimmt an, dass sie mindestens 22,4 % aller nosokomialen Infektionen in Krankenhäusern ausmachen, dabei steigt mit einer höheren Kontaminationsklasse (saubere versus kontaminierte/infizierte Wundgebiete) auch das Risiko. Man unterscheidet in KISS Wundinfektionen nach Tiefe bzw. Organbeteiligung in die Stufen A1–A3. Präventiv sollte bei Operationen eine leitliniengerechte parenterale Antibiotikaprophylaxe eingesetzt werden. Weitergehende Präventionsmaßnahmen müssen zusätzlich ergriffen werden. Diese werden optimalerweise im Rahmen eines Maßnahmenbündels formuliert, indem die wichtigsten (einrichtungsspezifischen) Maßnahmen zusammengefasst, dokumentiert, geschult und überprüft werden (können). Die patienteneigenen Risikofaktoren sind zumeist nur marginal zu beeinflussen ( z. B. Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus -> präoperativ gute Einstellung des Blutzuckers anstreben). Die exogenen situationsbezogenen prä-, peri- und postoperativen Präventionsmaßnahmen, eine postoperativ durchgeführte Erfassung (Surveillance) von auftretenden Wundinfektionen und auch die baulichen Bedingungen (Raumlufttechnik usw.) können Einfluss auf die Prävention nosokomialer Wundinfektionen nehmen und sollten entsprechend umgesetzt werden.

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